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Frankfurt Geschichte

Über 1.200 Jahre Stadtgeschichte


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rankfurts Geschichte ist reich an Ereignissen mit Auswirkungen auf Deutschland, das deutsch-römische Reich und ganz Europa. Die Wahl der deutsch-römischen Könige und Kaiser, ihre Krönungen, die Messen wiederum bestimmten das Schicksal der Stadt.

Aber es sind auch immer wieder die Frankfurter selbst, die Stadtgeschichte schreiben: Zunftaufstände, Rebellionen und Revolten oder der Kampf für eine freiheitliche Verfassung bezeugen den Willen der Bürger nach Mitbestimmung und sozialer Gerechtigkeit.
 

Die Geschichte beginnt 794

794
Karl der Große überwintert in seinem Königshof Frankfurt, nennt ihn Franconofurd.

815-822
Karls Sohn, Ludwig der Fromme, läßt auf dem Domhügel eine repräsentative Pfalzanlage errichten.

852
Weihe der Salvatorkirche, vormals Pfalzkapelle, die Vorgängerin des Kaiserdoms St. Bartholomäus. Frankfurt ist neben Regensburg der Hauptsitz des ostfränkisches Reichs.

um 1140
Nach Verfall der alten Pfalz wird eine neue staufische Königsburg, der Saalhof, errichtet. Auf dem ehemaligen Pfalzgelände siedeln sich mehr Kaufleute und Handwerker an.

um 1150
Erste Erwähnung der Frankfurter Messe (Herbstmesse).

1152
Der Staufer Friedrich l. Barbarossa in Frankfurt am Main zum deutschen König gewählt.

1180
Das Frankfurter Stadtgebiet wird stark erweitert. Die neue Grenze bildet die Staufermauer. Reste stehen heute noch südlich der Konstabler Wache.

1219
Barbarossas Enkel Friedrich II. (stupor mundi) schenkt den Frankfurtern, die in diesem Zusammenhang erstmals als Bürger (cives) bezeichnet werden, einen Platz zur Errichtung einer Kapelle, der heutigen Leonhardskirche, direkt am Main.

1220
Friedrich II. hebt die kaiserliche Vogtei in Frankfurt auf. An die Stelle des Vogts tritt der kaiserliche Stadtschultheiß.

1222
Erste Erwähnung einer steinernen Brücke, heute: Alte Brücke, über den Main, welche die Frankfurter Altstadt mit Sachsenhausen oder das nördliche mit dem südlichen Main-Ufer verbindet. (Frankfurterisch: von Hibbdebach nach Dribbdebach = Sachsenhausen).

1238
Grundsteinlegung Dominikanerkloster, heute: an der Kurt-Schumacher-Straße 23 gelegen.

1239
Die ehemalige Salvatorkirche wird nach Umbau und Erweiterung als St. Bartholomäus neu geweiht. Die wertvollste Reliquie des Kaiserdoms ist die Schädeldecke des Apostels Bartholomäus; seit ihrer Weihe der Schutzpatron.

1240
Friedrich II. verspricht den Gästen der Frankfurter Messe königlichen Schutz für Hin-und Rückreise.

1241
Die Frankurter jüdische Gemeinde geht in einem Pogrom unter. Erst um 1255 siedeln sich erneut Juden in der Stadt an. Ein Steuerverzeichnis weist Frankfurt als die wirtschaftlich bedeutendste Königsstadt im deutschen Reich aus.

1246
Gründung des Karmeliterklosters. Es beheimatet heute das Institut für Stadtgeschichte in der Münzgasse 9.

1320
Mit Einführung der festen Stadtsteuer entsteht in Frankfurt eine Steuerverwaltung.

1329/30
Die Frankfurter Bürger erhalten im gesamten deutschen Reich Zollfreiheit. Außerdem erlaubt Kaiser Ludwig der Bayer der Stadt, eine zweite Messe, die Frühjahrsmesse, abzuhalten

1333
Ludwig der Bayer genehmigt die Erweiterung der Stadt bis zum heutigen Anlagenring. Markantes Relikt ist der Eschenheimer Turm, heute: etwa 500 Meter von der Hauptwache in nördlicher Richtung entfernt. Die alte Staufermauer wird geschleift.

1349
Die Frankfurter jüdische Gemeinde erleidet ein zweites Pogrom. 1360 kommt es zu einer Wiederansiedlung jüdischer Familien.

1356
Mit der Goldene Bulle, ausgestellt von Kaiser Karl IV. (siehe auch 1372), wird Frankfurt am Main endgültig zur Stätte der deutschen Königswahl bestimmt. Aachen hat das Nachsehen.

1366

Ein Aufstand der Frankfurter Zünfte gegen die Rat (Oligarchie der Patrizier) wird niedergeschlagen.

1372
Der Erwerb des Reichsschultheißenamtes und des königlichen Forstes für 8800 fl. (Gulden) vom römisch-deutschen König und Kaiser Karl lV. (siehe auch 1356) bedeutet für Frankfurt am Main faktisch die Unabhängigkeit. Neuer Status: reichsunmittelbare Stadt (Reichsstadt).

1387
Frankfurt hat 10.000 Einwohner.

1405
Der Römer wird Rathaus.

1415
Baumeister Madern Gertener beginnt mit dem Bau des Domturms; auf Frankfurterisch von Friedrich Stoltze „Parthorn“ genannt.

1418
König Sigmund richtet in Frankfurt eine Reichsmünze ein.

1462
Die Frankfurter Juden werden auf kaiserlichen Befehl in ein Ghetto am Rande der östlichen Staufermauer, die Judengasse, umgesiedelt.

1464
Der Kölner Kaufmann Johann von Melem erbaut das Steinerne Haus.

1478
Auf der Frankfurter Messe sind erstmals Buchhändler vertreten.

1499
Frankfurt hat 7.600 Einwohner.

Die jüdische Gemeinde besteht aus etwa 15 Haushaltungen, die einschließlich der Dienstboten weniger als 100 Personen umfassen. Die Juden zählen nicht zur Bürgerschaft Frankfurts, sondern werden als Kammerknechte dem Kaiser zugeordnet.

1522/24
Erste reformatorische Predigten in Frankfurt

1525
Frankfurter Zunftaufstand: im Ergebnis mit Verbesserung der sozialen Verhältnisse in Frankfurt.

seit 1530
Frankfurt entwickelt sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem Zentrum des Buchdrucks und Buchhandels in Europa.

1531
Der Allgemeine Almosenkasten wird als weltliche Frankfurter Fürsorgeinstitution eingerichtet.

1533
Offizielle Einführung der Reformation in Frankfurt am Main: die lutherische Konfession drängt die katholische zurück.

1562
Seit der Wahl und Krönung Kaiser Maximilians II. gilt Frankfurt nicht mehr nur als Wahl-, sondern auch als Krönungsort.

ab 1582
Der Graben der staufischen Stadt wird zugeschüttet, zum Beispiel auch der Große Hirschgraben. Die Südseite der Zeil wird bebaut.

1585
Festlegung von Wechsel- und Geldkursen. Vor allem Besucher der Messe betreiben Börsenhandel.

1612-1614
Unruhen zwischen Rat der Stadt und Bürgerschaft in deren Verlauf die Judengasse geplündert wird. Der Führer der Aufständischen, Lebkuchenbäcker Vincenz Fettmilch, und einige seiner Genossen werden 1616 auf dem Roßmarkt enthauptet.

1619
Das Haus Goldene Waage wird dem Bauherrn, dem Zuckerbäcker und Gewürzhändler Abraham van Hamel, übergeben.

1631-1635
Während des Dreißigjährigen Kriegs ziehen die Schweden durch Frankfurt. In Sachsenhausen wird eine schwedische Garnison stationiert. In der Stadt bricht die Pest aus.

1678 – 1681
Bau der Katharinenkirche an Stelle des ehemaligen Katharinenklosters.

1685
Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes strömen hugenottische Glaubensflüchtlinge nach Frankfurt.

1711 und 1719
Zwei große Brände zerstören große Teile von Frankfurts Altstadt. Der Rat erlässt eine neue Bauordnung.

1730
Bau der Hauptwache, Zentrale der Stadtpolizei

1749
28. August - Johann Wolfgang Goethe wird in Frankfurt am Main geboren.

um 1750
Der Rebstockhof entsteht als Messehof mit Herberge

1759 - 1763
Franzosen besetzen Frankfurt im Siebenjährigen Krieg. Auf französische Initiative hin werden Straßenbeleuchtung und Straßenbeschilderung verbessert und Nummerierung der Häuser eingeführt.

1784
Der Viehmarkt verlässt die Zeil.

1792
In Frankfurt am Main findet zum letzten Mal eine Kaiserkrönung statt (Franz II.). Wenig später wird die Stadt von französischen Revolutionstruppen besetzt. Weitere Besetzungen erfolgen 1796, 1800 und 1806.

1800
Frankfurt hat etwa 35.000 Einwohner.

1805
Schleifung der Befestigungen. Die Wallanlagen werden zu einen ringförmigen Park, der die Stadt als Grüngürtel umschließt.

1813
Nach der Niederlage Napoleons: Wiedereinführung der reichsstädtischen Verfassung.

1815
Errichtung des Deutschen Bundes durch den Wiener Kongreß. Frankfurt am Main wird Freie Stadt und Sitz des Bundestags.

1816
Einführung einer freistädtischen Verfassung. Die Privilegien der Patrizier werden abgeschafft. Von nun an kann jeder, der das Frankfurter Bürgerrecht besitzt, in der Rat der Stadt gewählt werden. Voraussetzung sind ein Mindestvermögen von 5.000 Gulden.

1833
Mit dem Sturm auf Hauptwache und Konstablerwache wollen Studenten den Bundestag stürzen und die Republik einführen. Wegen schlechter Organisation und mangelnder Unterstützung durch das Bürgertum bricht der Aufstand innerhalb kürzester Zeit zusammen.

1839
Eröffnung der Taunusbahn von Frankfurt nach Wiesbaden.

1848/49
Die Deutsche Nationalversammlung tagt in der Paulskirche.

1855
Durchbruch der Liebfrauenstraße vom Liebfrauenberg auf die Zeil. Frankfurt erhält dadurch ein neue Nord-Süd-Achse von der Zeil über die Neue Kräme, Römer und Fahrtor zum Main.

1866
Nach dem Deutschen Krieg (Preußen vs. Österreich) wird der zuvor fast 500 Jahre unabhängige Stadtstaat Frankfurt 1866 von Preußen annektiert.

Aus Verzweiflung erhängt sich Frankfurts Älterer Bürgermeister, Carl Constanz Victor Fellner, am frühen Morgen des 24. Juli 1866 im Garten seines Hauses an der Seilerstraße.

1867
Frankfurt am Main hat rund 78.000 Einwohner.
Der Kaiserdom brennt.


Mehr Informationen zur Geschichte Frankfurts

www.stadtgeschichte-ffm.de

Das Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt am Main, historisch auch Stadtarchiv, ist seit 1992 die Nachfolgeorganisation des 1436 begründeten Stadtarchivs und eine der bedeutendsten kommunalen Sammlungen ihrer Art in Deutschland.