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Goethe Frankfurt

Goethe-Stadt Frankfurt am Main


Frankfurt am Mainseit 1240 Messestadt, ab 1375 Freie Reichsstadt und von 1562 bis 1792 Krönungsort des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Auf Weisung Napoleon Bonapartes 1806 die Hauptstadt des neuen Großherzogtums Frankfurt; ab 1815 wieder Freie Stadt.

Am 28.8.1749 wird Johann Wolfgang Goethe in Frankfurt am Main am Großen Hirschgraben 23 geboren. Die Stadt hat in Goethes Jugend ungefähr 36.000 Einwohner. Mit Wehrtürmen und befestigten Toren verfügt sie über ein mittelalterliches Aussehen. In seinen Autobiographie "Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit" erinnert sich Goethe an seine Spazier- und Erkundungsgänge auf der Frankfurter Stadtmauer.

Neugier und Wissbegierde machen den jungen Johann Wolfgang auch zu einen gelehrigen Schüler. Mit seiner um ein Jahr jüngeren Schwester Cornelia erhält er Privatunterricht von seinem Vater Johann Caspar Goethe. Regelmäßig besucht Goethe die Lateinschule im Barfüßerkloster nördlich des Römerbergs, eine paar Schritte vom Salzhaus entfernt, auf dem heutigen Paulsplatz gelegen. (Die zum Kloster gehörende Barfüßerkirche wird wegen Baufälligkeit 1786/87 niedergelegt und 1833 durch die Paulskirche ersetzt.)

Tiefen Eindruck hinterlässt auf Goethe die Besetzung von Frankfurt im Siebenjährigen Krieg (1759 bis 1763) durch französische Truppen. Der Stadtkommandant Thoranc wird im Haus am Großen Hirschgraben einquartiert.

Es folgen Bildungserlebnisse durch das französische Theater im Junghof, Beobachtungen von Kunstmalern wie Friedrich Wilhelm Hirt oder Johann Conrad Seekatz bei deren Arbeit im Elternhaus am Großen Hirschgraben und die unvergessliche Krönung des Habsburgers Joseph ll., dem ältesten Sohn Maria Theresias, zum Römischen König und erwählten Römischen Kaiser am 3.4.1764.

Am 1.9.1768 kehrt Goethe von einem dreijährigen Jura-Studium in Leipzig nach Frankfurt am Main zurück. Von April 1770 bis August 1771 lebt er dann in Straßburg und beendet sein Studium als Lizenziat der Rechte. Nach einer kurzen Assesorenzeit am Reichskammergericht in Wetzlar, Mai bis September 1772, eröffnet Goethe auf Wunsch seines Vaters eine Rechsanwaltskanzlei in Frankfurt am Main, die er jedoch nur halbherzig betreibt.

Lieber besucht das "Originalgenie" regelmäßig den Kreis der Empfindsamen in Darmstadt, wird Mitarbeiter an den Frankfurter Gelehrten Anzeigen, die von seinem Freund Heinrich Merck herausgegeben werden, und veröffentlicht das Schauspiel "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand", den Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers", schreibt am "Faust".

Nach der Übersiedlung nach Weimar im November 1775 besucht Goethe Frankfurt am Main nur noch sporadisch, so vom 18. bis 22.9. und 25. bis 30.12.1779 sowie vom 6. bis 10.1.1780 auf der 2. Schweizer Reise.

Im Zuge der Campagne in Frankreich, bei der er seinen Dienstherrn Karl-August begleitet, weilt Goethe vom 12. bis 20.8.1792 in Frankfurt am Main; nochmals vom 17. bis 26.5. und vom 9. bis 19.8.1793 vor und nach der Belagerung von Mainz gegen die französichen Revolutionstruppen.

Vom 3. bis 25.8.1797, vor der 3. Schweizer Reise, kommt es zu einem letzten Wiedersehen mit der Mutter Katharina Elisabeth Goethe.

Goethes Treffen mit Johann Jakob Willemer und dessen Frau Marianne - anlässlich seiner Rheinreisen - in Frankfurt am Main, insbesondere auf der Gerbermühle vor den Toren der Stadt vom 13. bis 23.9 und vom 11. bis 20.10.1814 sowie vom 12.8. bis 18.9.1815 sind die Initialzündung zum Verfassen der Gedichte des "West-östlicher Diwans".

 
Der Frankfurter Goethe über Frankfurt am Main

Sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits sind die Goethes kein Ur-Frankfurter. Vater Johann Caspar ist der Sohn des Seidenschneiders und Gasthalters Friedrich Georg Goethe, der 1667 das Frankfurter Bürgerrecht erhält. Mutter Catharina Elisabeth Goethe, geb. Textor, entstammt einer Juristen-Familie, deren Name 1691 zum ersten Mal im Bürgerregister Frankfurts erscheint.

Johann Wolfgang Goethe ist also, obwohl er das in seinen Gesprächen mit Eckermann nahelegt, kein Sproß jener alten Patrizier-Geschlechter, die das Geschick der Reichstadt Frankfurt am Main seit jeher lenkten. Als Jurist wäre es ihm, wie seinem Großvater Johann Wolfgang Textor, der es zum Stadtschultheiß gebracht hatte, wahrscheinlich früher oder später gelungen, in den Rat der Stadt aufgenommen zu werden. Da Goethe keine bürgerliche Existenz führen wollte, erschien ihm die Entscheidung für Weimar 1775 und die Aufnahme in ein höfisches Sozial- und Wertesystem wohl als Gipfel der Unabhängigkeit.

Goethe war Augenzeuge der Besetzung Frankfurts durch französische Truppen im Siebenjährigen Krieg (1759) und der Krönung Joseph ll. zum deutsch-römischen König (1764). Die Beschreibung dieser Ereignisse in „Dichtung und Wahrheit“ macht den Dichter auch zu einem Chronisten Frankfurter Geschichte und Stadtgeschichte.

"Wenn mich jemand früge, wo ich mir den Platz meiner Wiege bequemer, meiner bürgerlichen Gesinnung gemäßer, oder meiner poetischen Ansichten entsprechender denke, ich könnte keine liebere Stadt als Frankfurt nennen." 


Goethe-Haus Frankfurt am Main

Goethes Geburtshaus im Großen Hirschgraben war von 1733 bis 1795 der Wohnsitz der Familie. Der junge Goethe lebte hier – mit Ausnahme der Studienjahre in Leipzig und in Straßburg, bis er 1775 nach Weimar übersiedelte. Nach dem Verkauf durch Goethes Mutter 1795, ging das Haus durch mehrere private Hände.

Der letzte private Besitzer ließ im Dachgeschoss einen Gedenkraum einrichten. 1863 wurde das Haus  vom Freien Deutschen Hochstift übernommen und nach historischen Quellen und Goethes Lebenserinnerungen eingerichtet, nach der Zerstörung durch einen Luftangriff am 22.3.1944  ab 1947 wieder aufgebaut und 1951 feierlich eröffnet.

Das Freie Deutsche Hochstift betreut neben dem Goethe-Haus auch das Goethe-Museum, eine Gemäldegalerie der Goethezeit. Goethe-Haus und -Museum werden ab 2020 mit dem neu erbauten Deutschen Romantik-Museum eine einzigartige kulturelle Einheit bieten, um den spannungsreichen Dialog zwischen Goethe und der Romantik darzustellen. Basis dafür ist die umfangreiche Sammlung von Handschriften, Briefen und Gemälden der deutschen Romantik, die das Freie Hochstift seit 1911 zusammengetragen hat.


Übrigens

Echte Frankfurter gehen nicht so gerne ins Goethe-Haus. Als Beleg gilt die Erzählung vom sterbenden Frankfurter, der auf dem Totenbett noch ein Stoßgebet auf Frankfurterisch zum Himmel schickt: "Liewer Gott, lass misch noch leewe – isch geh derr aach ins Geede-Haus!" Das heißt: Lieber Gott, lass mich noch leben – ich gehe dir auch ins Goethe-Haus.

Rezitator Lüdecke anfragen

 

 
Kleine Bildergalerie

 

Frankfurter Goethe-Haus (Haus zu den drei Leiern)
im Großen Hirschgraben 23.

 

  

Eingang zum Goethe-Haus (noch) über das Hochstift. Eintrittspreise:
regulär 7,00 Euro, ermäßigt: 3 Euro

Kleines Fenster: So konnte Goethes Vater Johann Caspar bequem
nach dem Jungen Johann Wolfgang ausschauen
 

  

Das neue Romantik-Museum "küsst" das Frankfurter Goethe-Haus.

 

 

Kleinteilige Romantik-Museum-Fassade zeigt viel Fantasie und
harmoniert spielend mit dem Goethe-Haus.

 

 

 Warten auf die Goethe-Führung ... Wir sehen uns!